Das Wochenbett

von babymio
10. August 2010 13:49

Der schwierigste Teil der Geburt?

In der Schwangerschaft liegt das Hauptaugenmerk auf der Geburt, dieser Tag wird freudig ersehnt, ängstlich erwartet oder auch gefürchtet.

Doch mit der Geburt fängt es erst an. Das Wochenbett ist uns verloren gegangen, es dauert bei uns nur mehr wenige Tage im Krankenhaus. Im besten Falle ist dann der  Vater noch eine Woche zuhause. Die wenigsten haben einen Plan für diese Zeit und so verläuft sie oft anders als erwartet. Wo bleiben die glückliche Mutter, das friedlich schlafende Kind und der stolze Vater? Statt dessen Chaos und Überforderung. Alles ist darauf eingestellt, dass eine Frau nach der Geburt so schnell wie möglich wieder funktioniert und fit ist. Den meisten Druck machen wir jungen Mütter uns dabei selber. Man ist es gewohnt im Beruf seine Leistung zu bringen, den Haushalt zu führen, Sport zu betreiben und Freunde zu treffen und das alles perfekt und nach Plan.

Es fällt uns sehr schwer zu akzeptieren, dass das Leben sich jetzt geändert hat.

Eine Geburt hat einen Energieverbrauch wie ein Marathonlauf und unser Körper muss sich erst davon erholen. Auch die Schwangerschaft hat ihre Spuren hinterlassen. Eine Woche ist dafür zu wenig, denn viele Umstellungen fangen da erst an.

Das unmittelbare Wochenbett dauert 6-8 Wochen, danach laut einem alten Tiroler Sprichwort 9 Monate und laut der TCM ( traditionelle chinesische Medizin )braucht man 2 Jahre um wieder den alten Energielevel erreicht zu haben.

Was passiert in dieser Zeit:

Rückbildung – die Gebärmutter ist nach der Geburt etwa einen Kilo schwer und Kindskopf groß. Sie muss wieder faustgroß werden und auf ca. 120g abspecken. Auch der Bauch mit seinen Innereien und besonders der Beckenboden braucht Zeit und Schonung um wieder alte Stabilität und Spannung herzustellen. Geben sie sich Zeit. Wenn Sie sportlich trainieren wollen, so muss zuerst der Beckenboden halten denn er ist die Basis.

Heilung – in der Gebärmutter ist eine Wundfläche, dort wo die Plazenta angehaftet war. In der ersten Woche nach der Geburt blutet es wie eine starke Regelblutung, in der zweiten Woche wird dies deutlich weniger bis es dann in eine Schmierblutung übergeht und dann immer heller wird. Der Wochenfluss ist nicht infektiös aber ideale Keimgrundlage. Achten sie in dieser Zeit besonders auf Intimhygiene.

Auch der Dammschnitt oder ein -riss müssen erst verheilen.

Milchbildung – in den ersten Stunden und Tagen erhält das Baby wertvolles Kolostrum wenn es an der Brust trinkt. Dann kommt es zum Milcheinschuss. Die Brustdrüsen schwellen an, die Brust vergrößert sich deutlich und Berührung ist oft sehr schmerzhaft. In dieser Zeit neigen viele Frauen zum Bruststau und zur Brustentzündung. Das Immunsystem ist stark herunter gefahren. Die Brust muss erst lernen die richtige Milchmenge zu bilden. Diese Zeit ist sehr belastend für die Frau. Manchmal kommt es noch zusätzlich zu schmerzhaften oder sogar offenen Brustwarzen. Alleine diese Umstellung zu bewältigen bedarf unserer ganzen Kraft. In dieser Zeit ist es die einzige Aufgabe der Frau das Kind zu stillen und sich zu erholen.

Hormonelle Umstellung – nach der Geburt erfolgt eine massive hormonelle Umstellung. Zwischen der vergangenen Schwangerschaft und dem neuen Zyklus liegt hormonelles Chaos, welches uns psychisch sehr instabil macht. Spricht man am ersten Tag nach der Geburt noch vom Baby-Honeymoon so kommt es ca.  am 3 Tag zum Babyblues. Obwohl man sich doch über das gesunde Neugeborene freuen könnte liegt man im Bett und weint, weil man keine Zukunft mehr sieht. Dieser eine Tag ist weiters nicht schlimm, denn am nächsten scheint für die meisten wieder die Sonne. Doch ACHTUNG: 15% der Frauen bleiben in einer Schwangerschaftsdepression hängen. Bei familiärer Vorbelastung ist man vermehrt gefährdet, doch oft trifft es auch völlig überraschend zu.

Diese Frauen finden einfach nicht mehr in die neue Normalität, sie ziehen sich zurück und lachen z.B. nicht mehr wie früher. Auch dem Baby gegenüber sind sie emotionslos. Diese Situation ist für die Partnerschaft sehr belastend und bedarf unbedingt professioneller Hilfe.

Die hormonelle Umstellung zeigt sich auch in starkem nächtlichem Schwitzen und später dann im Haarausfall.

Wenn so viele massive Veränderungen und Herausforderungen

anstehen hat man einfach wirklich Hilfe verdient.

Früher in der Großfamilie war das normal. Eine junge Mutter wurde 10 Tage ins Wochenbett gesteckt und ihre einzige Aufgabe war es das Kind zu stillen. Sie wurde bekocht mit Hühnersuppe und Weinchadeau

die Wäsche wurde gewaschen und auch alle anderen Aufgaben im Haus verteilt. Nur langsam musste sie in den Alltag zurück. Es war auch nie üblich, dass sich eine Frau alleine 24 Stunden um ihr Kind kümmern musste. Es gab immer Helfer am Nest. Die Oma, die Tante das ältere Geschwisterchen …. . Auch diese Helfer am Nest haben wir verloren.

Heute fragen wir uns oft: “Was mache ich falsch? Warum schaffe ich es nicht mit nur einem Kind?“ Es ist einfach nicht zu schaffen. Planen Sie daher das Wochenbett im Detail und machen Sie es sich dabei so einfach wie möglich.

Wer hilft im Haushalt?
Wer kocht?
Wer bügelt?

Nicht für immer – nur in den ersten Wochen!

Lernen sie Hilfe anzunehmen und vergessen sie falschen Stolz. Die Zeit ist zu wichtig und kommt nie wieder. Investieren Sie Ihre Energie in Stillen und in eine gute Eltern-Kind-Bindung.

Geben sie sich Zeit für die Umstellungen im Wochenbett.

Weitere hilfreiche Erfahrungen:

  • Das Tragetuch ist keine Ideologie sondern ein Hilfsmittel das einem viele Dinge erleichtert. Ich sitze mit Baby im Tragetuch  am Computer auf einem Pezzi-Ball und schreibe diesen Beitrag. Auch bei Bauchweh ist es sehr hilfreich und die Spielsachen vom großen Bruder habe ich auch so verräumt da ich meine Hände frei habe.
  • Bei Dämmerungsunruhe (diese Kinder weinen oder schreien abends z.B. von 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr) und lassen sich nicht beruhigen, hilft oft „Weißes Rauschen“. Geräusche wie  Küchen- oder Badlüftung, Föhn oder das Wasserrauschen z.B. der Dusche oder dem Waschbecken helfen hier oft. Schläfern Sie die Kinder dabei ein und drehen Sie das Geräusch dann langsam ab.  Wichtig ist das Geräusch voll aufzudrehen und, dass es muss innerhalb von Minuten wirken muss, sonst ist es nicht das Richtige.
  • Baby duschen statt baden! Mit dieser Einführung habe ich es beim ersten Kind geschafft morgens selber geduscht und mit gewaschenen Haaren in den Tag zu starten. Nehmen Sie Ihren Auto-Babysitz und legen Sie ein warmes Handtuch sowie eine Windel hinein. Dann das Baby nackt ausziehen und hineinlegen. Gut zudecken – das Kind muss es angenehm warm haben. Stellen Sie das Baby so ins Bad und schalten sie die Dusche ein. Dieses Geräusch beruhigt das Kleine. Dann ziehen Sie sich selber aus und duschen Sie. Wenn sie keine Mittel mehr brauchen, holen sie sich das Kind aus seinem Nest und duschen Sie mit dem Baby. Sie werden erstaunt sein, wie die Kleinen dies genießen. Den Strahl nicht direkt auf das Köpfchen leiten. Legen sie das Baby zurück in den Autositz und decken Sie es gut zu. Dann machen Sie sich zuerst selbst fertig. Das Geräusch des Föhns beruhigt das Baby wieder. So. Nun können Sie auch das Kleine anziehen.
  • Versuchen sie es einmal mit dem Familienbett. Die Nächte sind viel länger und entspannter wenn man nicht immer aufstehen muss. Mit Liebe und Nähe kann man nicht verwöhnen. In anderen Kulturen fragen die Schwiegereltern ihre Söhne ob die junge Mutter das Enkelkind auch genug verwöhnt? Eine interessante Sicht der Dinge.
  • nutzen sie das Angebot der Eltern Kind Gruppen zum Austausch. Bei uns im babymio gibt es z.B. eine Stillgruppe mit Christine Mayr und viele Spezialvorträge zum Thema Schlafen, Essen, Tragen und Familienbildung. Mehr finden sie unter der Homepage  www.babymio.com unter Hebammenpraxis

Die Selbstregulation und gestuftes Trösten

Jedes Kind kommt mit seinem eigenen Charakter auf die Welt. Auch wenn wir anfangs glauben seine Mitteilungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, so bemerken wir bald wie erstaunlich vielseitig sie der Umwelt begegnen. Sie können Eindrücke aufnehmen, aber sich auch davor schützen und abschotten, wenn es Ihnen zu viel wird. Babys reagieren stark körperlich und sie versuchen kleine Störungen selber zu regulieren. Wenn wir sie auf den Boden legen möchten sie stabil liegen. Finden sie nicht genug Halt dann versuchen sie sich mit den Armen an den Oberschenkeln zu berühren. Sie wollen sich an sich selber festhalten. Manche versuchen Hände und Füße zu falten, um sich zu stabilisieren oder sie fixieren einen Gegenstand um die eigene Mitte zu finden und um in Balance zu kommen. Weitere Stabilisierungszeichen sind  – saugen und nuckeln. Sind die Babys überfordert rudern Sie zum Beispiel heftig mit den Armen, sie spreizen die Finger, machen plötzlich fahrige Bewegungen, überspannen und überstrecken und beginnen zu schreien. Manche flüchten sich auch in den Schlaf.

Versuchen Sie zu erkennen, ob das Baby es selber schafft sich zu regulieren oder wie weit wir ihm mit der Methode des gestuften Tröstens, dabei helfen sollen. Damit das Kind sich nicht frustriert abwendet ist es wichtig, dass Sie schnell reagieren. Die Wissenschaft spricht sogar von eine idealen Reaktionszeit von 0,2 Sekunden. Dies ist in der Praxis oft nicht möglich, vermittelt aber einen Eindruck wie rasch die Aufmerksamkeit des Babys absinkt – dann ist gestuftes Trösten nicht mehr möglich.

Sie finden folgende 6 Stufen:

  1. aufmerksam anschauen und Blickkontakt herstellen  (25 cm)
  2. mit Geduld und Ruhe ansprechen
  3. anfassen eine Hand auf die Brust legen
  4. Hände und Füße des Babys zusammen legen
  5. es hochnehmen und wiegen
  6. die Brust oder Flasche oder den Schnuller anbieten

In den ersten Wochen kann es besser sein mit der Stufe 3 zu beginnen und erst wenn sie merken dass Ihr Baby sich besser regulieren kann beginnen Sie mit  Stufe 1.

Sie können selber entscheiden wie lange Sie Ihr Baby bei jeder Stufe schreien lassen bevor Sie zur nächsten weitergehen. Es wird aber empfohlen auf keinen Fall über zwei Minuten zu gehen.

Alle Babys unterscheiden sich in der Fähigkeit wie sie mit der Umwelt zurecht kommen. Sie reagieren unterschiedlich schnell verärgert oder verstört. Es gelingt Ihnen auch unterschiedlich mit diesen Irritierungen fertig zu werden. Manche können sich von Geburt an gut selbst regulieren und manche zeigen viele Monate lang nur Ansätze.

„Lieben sie Ihr Kind bedingungslos und schenken Sie Ihm so viel Nähe und Körperkontakt wie es braucht“.

Babymassage – die sanfte Begegnung

Oft werde ich von jungen Eltern gefragt:“ Wie kann ich mein Kind altersgerecht fördern?“ Dahinter steckt der Wunsch das Beste für das Kind zu tun aber auch die Gefahr ein Kind zu „ überfördern“ .

In den ersten Monaten ist lernen im üblichen Sinne laut Gehirnforschung nicht möglich. In dieser Phase kommt der Bindung eine große Bedeutung zu. Bindung entwickelt sich durch und in Beziehungs-erfahrungen. Gerade frühkindliche Bindungserfahrungen werden im Laufe der Entwicklung zu den inneren Strukturen der Persönlichkeit. Ein gut gebundenes Kind schöpft aus seinem Urvertrauen und geht positiv und selbstsicher in die Welt hinaus.  Es hat seine Bezugsperson als liebenswert, feinfühlig, verlässlich und wertschätzend erlebt. Der Schlüssel zu einer guten Bindung liegt in der bedingungslosen Liebe und in viel Körperkontakt.

Natürlich ist es schön Babys auch ganz bewusst altersgerecht zu „fördern“ und es gibt wunderschöne, bewährte Methoden.
Babymassage – die sanfte Begegnung

Die Babymassage stammt ursprünglich aus Indien und ist dort im Ayurveda verwurzelt. Sie wurde von dem Franzosen Frédérick Leboyer, dem Begründer der sanften Geburt, in den 1970er-Jahren aufgegriffen und in Europa weitergegeben.

Die Babymassage trägt zur Entspannung und zur Entwicklung des Empfindungsvermögens bei. Es schult die Sensibilität der Bezugsperson auf die Bedürfnisse des Kindes und ermöglicht einen wunderschönen Gefühlsaustausch der sich in Körperspannung, Gestik oder Lauten widerspiegelt.  Wohltuend wirkt Sie auch bei Blähungen und Bauchweh.

Behutsam massiert werden dabei Arme und Händchen, Beine und Füßchen, mit zartem Druck im Uhrzeigersinn, Brust und Bauch und zum Abschluss der Rücken, durch sanftes Streichen vom Nacken zum Po.

Als Öl eignen sich alle natürlichen, reinen Öle wie zum Beispiel Jojobaöl, Ringelblumenöl oder Mandelöl; es sollte jedoch nicht parfümiert sein, um Hautreizungen und die Entstehung von Allergien zu vermeiden. Das Öl sollte zuvor etwas angewärmt werden.

Eine Massage sollte nur dann gemacht werden, wenn man selbst gerade die nötige Ruhe und Geduld verspürt. Wenn das Kind unruhig wird, unzufrieden wirkt und anfängt zu schreien, sollte man darauf verzichten.

Ebenso, wenn das Kind erkrankt ist.

Rahmenbedingungen für die Babymassage:

  • das Kind darf nicht hungrig sein
  • das Baby soll ausgeschlafen sein
  • das Baby muß nackt sein – Windel unterlegen
  • der Raum muß angenehm temperiert vorgewärmt sein
  • eventl. gedämpftes Licht und entspannende Musik
  • der Massierende soll warme Hände haben und Schmuck ablegen
  • die massierende Person soll dem Baby eine positive Stimmung vermitteln um eine harmonische Massage zu erlangen

Wirkung der Massage:

  • Anregung der Sinnesorgane
  • kurbelt das Herz Kreislauf System an
  • verbessert die Verdauung und lindert Koliken
  • entspannt
  • wirkt positiv auf den Schlaf- Wachrythmus
  • unterstützt die Reifung des Neugeborenen
  • fördert eine sichere Bindung

Gerne können Sie bei uns im babymio an einen Babymassagekurs teilnehmen.  Auch Einzelschulungen sind möglich.

Bonding ist zurzeit in aller Munde, doch was ist Bonding und was bewirkt es wirklich. Früher galt es als Idee alternativer Hebammen in der sanften Geburtshilfe, doch jetzt hat man dieses Thema wissenschaftlich erforscht. Vieles dreht sich dabei um das Hormon Oxydocin.

Oxydocin wird in verschiedenen Situationen ausgeschüttet und führt zur Kontraktion der glatten Muskulatur. So löst es den Orgasmus aus, ist während der Geburt für die Wehentätigkeit verantwortlich und beim Stillen für den „Let down Reflex“. Es wird vermehrt durch Körperkontakt und Streicheln ausgeschüttet. Der Mann ist zärtlich zu seiner Frau und zwei nackte Körper schmiegen sich aneinander. Oder das Baby saugt an der Brust und bringt so das Oxydocin zum Fließen. Neueste Forschungen zeigen aber, dass Oxydocin nicht nur im Blut wirkt sondern auch als Transmitter ( Botenstoff) im Gehirn. So wird durch dieses Hormon das Schmerzempfinden der Mutter während der Geburt herabgesetzt. Der Wehentropf mit Syntocinon ( künstliches Oxydocin) wirkt übrigens nur im Blut. Durch die Ausschüttung beim Stillen werden Mütter ruhiger und sind weniger ängstlich. Es gibt noch viele weitere Wirkungen auf die Mutter doch wir wollen uns mit der Bindung beschäftigen.

Wenn ein Baby nach der Geburt Haut auf Haut bei seiner Mutter liegt wird auch bei ihm im Gehirn Oxydocin freigesetzt. Das Baby wird ruhiger und schreit weniger. Diese seelische Ruhe wird auch von einer physischen Entspannung begleitet. Die Hauttemperatur steigt dadurch, da sich die Blutgefäße erweitern. Während der Wehen ist der Stresslevel der Kinder sehr hoch. Dies ist für die Geburt und zum Beispiel für die Lungenreife notwendig.  Gerade deshalb ist der Hautkontakt nach der Geburt so wichtig um dem Geburtsstress entgegenzuwirken. Es kommt dabei zu einem Langzeiteffekt für Mutter und Kind. Diese Kinder interagieren  besser mit der Mutter und sie können auch besser mit Stress umgehen. Bei beiden ist dies oxydocinabhängig. Wichtig ist es dabei festzuhalten, dass dieser enge Kontakt zwischen Mutter, Vater, Geschwister und dem neuen Baby  nachhaltig wirksam sind wie eine Art Prägung. Auch Männer haben Oxydocin im Blut und dieses Hormon ist auch bei Ihnen während der Schwangerschaft und nach der Geburt erhöht.

Wie geht Bonden? Das nackte Baby wird nach der Geburt auf den nackten Oberkörper von Mama oder Papa gelegt. Dieser Körperkontakt soll ungestört stattfinden und mindestens ½ Stunde dauern doch je länger umso besser.

Das Kind ist neun Monate in Ihrem Bauch unter ihrem Herzen gewachsen. Dort herrschte immer dieselbe Temperatur, Hell und Dunkel unterschieden sich nur im Rotton. Das Baby kennt Ihren Geruch (intrauterines Riechen), es kennt den Rhythmus Ihres Herzschlages. Es kennt die Stimmen von Mama und Papa, den Geschwistern oder wer sonst immer mit Mama zusammen ist. Allerdings in abgedämpfter Form. Bei Tag und Nacht wird es geschaukelt durch Ihre Bewegung und durch Ihre Atmung. Es hört das Rauschen der unteren Hohlvene und Ihre Darmgeräusche. Je länger die Schwangerschaft anhält umso fester umspannt es die Gebärmutter. Doch dann kommt ein Tag an dem ist alles anders. Die Wehen drücken das Kleine mit starken Kräften in das Becken es muss sich drehen und strecken und plötzlich wird es ganz hell und es hört Stimmen und Geräusche die es noch nicht kennt. Außerdem ist es kalt und es spürt keinen Halt mehr. Natürlich hat es Angst und Panik was zu einer erhöhten Herz und Atemfrequenz führt und dadurch zu einem höheren Sauerstoffverbrauch. Doch dann kommt es auf den Bauch von Mama. Sein Ohr liegt auf Ihrer Brust und es erkennt den gewohnten Herzrhythmus. Es riecht die Mama und erkennt die Stimme seiner Eltern. Es spürt sich wieder und Oxydocin fließt und erledigt den Rest. „Nun, heute hat sich vieles verändert, aber einiges erkenne ich wieder und ich fühle das man es gut mit mir meint ich spüre Liebe!“

Oxydocin ist unser Liebeshormon!!

Was mache ich wenn Bonden nicht möglich war? Bonden ist kein einmaliges Geschehen. Immer wieder soll man das Kind ausziehen und Haut auf Haut entspannen. Bonden kann man nachholen. Manchmal ist eine medizinische Versorgung wichtiger. Falls die Mutter nicht zur Verfügung steht, z.B. bei einem Kaiserschnitt, so sollte unbedingt der Papa bonden. Geschwister die gebondet haben sind viel weniger eifersüchtig und viel sicherer im Umgang mit Ihrem neuen Familienmitglied.

Sie werden sehen viel Körperkontakt, Haut auf Haut, in Ihrer Familie lässt den Oxydocinspiegel aller steigen. Oxydocin ist unser Liebeshormon und mit Liebe lassen sich alle neuen Herausforderungen auch bei wenig Schlaf besser bewältigen.

Liebe Grüße

Eure Elfriede Seiwald

In der Schwangerschaft entwickeln Frauen ein ganz besonderes Körpergefühl. Es geht jetzt auch um unser Kind, und dieses zu beschützen wir so gut wir können. In den ersten drei Monaten während der Organ Bildung des Embryos ist vielen Frauen sehr schlecht und sie können viele Dinge nicht einmal riechen. Dies dient großteils dem Schutz des Kindes. Kaum sind alle Organe angelegt, entwickeln die Mütter auch wieder gesunden Hunger denn nun wird „gebunkert“ für Geburt und Stillzeit.

Bedenken Sie das Kräuter spezielle Wirkstoffe enthalten die ganz bestimmte Prozesse im Körper auslösen! So soll man sich genau überlegen was man zu sich nimmt, ob eine Notwendigkeit dafür besteht und ob dieses Kraut auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt  werden darf. Weiters kann ein Wirkstoff am Anfang der Schwangerschaft kontraindiziert sein, am Ende der Schwangerschaft ist diese Eigenschaft jedoch erwünscht. So aktiviert Zimt die Gebärmutter – dies ist am Anfang der Schwangerschaft schlecht am Ende kann man diese Eigenschaft aber Ausnützen um Wehentätigkeit anzuregen.

Vor allem aromatische Kräuter, die sehr viele ätherische Öle enthalten sind stark durchblutungsanregend. Dies kann manchmal negative Folgen bringen. Auf Kräuter zum Würzen muss man während der Schwangerschaft aber nicht verzichten, im Gegenteil, in dieser Form sind sie sehr zu empfehlen. Wichtig ist dabei, dass man die Kräuter mitkochen lässt, da dabei ihr Gehalt an ätherischen Ölen stark reduziert wird.

Prinzipiell sollte jede Kräuteranwendung eine Indikation haben. Besonders in der Frühschwangerschaft so wenig wie möglich nehmen und immer mit erfahrenen Kräuterwissenden abklären. Da Hebammen oft über naturheilkundliches Wissen verfügen und gleichzeitig auch die Problematik der Schwangerschaft kennen sind diese dafür gut geeignet.

Folgende Kräuter haben sich gut bewährt.

In den ersten 12 Wochen:

Bei Übelkeit und Erbrechen hilft oft Ingwer, man kocht Ihn in Wasser auf und trinkt diesen Sud morgens schluckweise vor dem Aufstehen.
Frauenmanteltee wirkt sich in den ersten Monaten der Schwangerschaft in Dosen von ein bis zwei Tassen täglich sehr positiv aus. Das konnte sogar durch klinische Untersuchungen bestätigt werden, diese zeigen, dass der Frauenmantel eine regulierende Wirkung auf die Gelbkörperhormonbildung hat, was sich auch schwangerschaftserhaltend auswirken kann.

Folgende Kräuter als Teemischung meiden:

Rosmarin, Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Bärentraube, Wacholder, Eisenkraut, Zimt  Dost, und Salbei. Auch Petersilie, Liebstöckel und Sellerieblätter zählen dazu, da sie in Teeform stark harntreibend wirken, weil sie den Urogenitalbereich stark durchbluten.

Ab der 12 Schwangerschaftswoche:

Sanddorn ist nicht nur eisenreich, sondern bringt auch die Vitalkraft dieser “wilden” Früchte und sollt daher während der Schwangerschaft regelmäßig getrunken werden.

Tee aus Brennesselblättern (Urtica dioica) mobilisiert die Flüssigkeit im Gewebe und hilft somit, Wasseransammlungen in den Beinen vorzubeugen ohne die Nieren zu belasten. Mehr als eine Tasse pro Tag sollte aber nicht davon getrunken werden.

Ätherische Öle nur in die Duftlampe
Wenn Sie nun beginnen Ihren Körper zu ölen dann wird häufig der Zusatz  von ätherischen Ölen empfohlen. Davor sollte aber abgeraten werden. Schließlich können Duftmoleküle über die Plazenta direkt auf den Embryo einwirken und es ist kaum erforscht, wie sich das auf die frühkindliche Gehirnentwicklung auswirken könnte. Ätherische Öle sind daher nur zur Anwendung in der Duftlampe angeraten, um ihre Wirkung auf die seelische Stimmung zu nutzen. Immer mit der Devise „ Weniger ist mehr“

Ab der 34 Schwangerschaftswoche:

Nun können Sie geburtsvorbereitend folgende Teemischung trinken:

2/3 Himbeerblätter und 1/3 Brennnessel, Schafgarbe, Frauenmantel und 1EL Johanneskraut. Die Kräuter mit heißem Wasser überbrühen, 10min ziehen lassen und täglich 3-4 Tassen trinken.

Himbeerblätter machen den Muttermund elastischer, Schafgarbe und Frauenmantel stabilisieren den Hormonhaushalt, Brennnessel entwässert sanft und Johanneskraut wirkt beruhigend.

Bei Schlaf- oder Entspannungsproblemen empfehle ich : 50%Baldrianwurzeln, 20%Schafgarbe, 15% Kamillenblüten, 10%Spitzwegerich- und  5%Pfefferminzblätter. Oft braucht man Unterstützung um aus dem Berufsstress auszusteigen und runter zu kommen. Ich habe diesen Tee auch in der Stillzeit getrunken.

Die fertige Mischung gibt es von der Firma Neuner`s „Zur Entspannung vor der Geburt Nr.124“

Gut bewährt haben sich auch Leinsamen. Weichen Sie 2EL abends ein und rühren sie am nächsten Morgen in Ihr Joghurt. Die schleimige Konsistenz soll auch den Darm und den Geburtskanal schleimig und somit gleitfähiger machen.

Natürlich gibt es noch viele andere hilfreiche Naturheilmittel gegen verschiedenste Beschwerden. Gehen Sie aber vorsichtig mit diesen Wirkstoffen um, denn nicht jedes Kraut ist für die Schwangerschaft förderlich und geeignet!

Fragen Sie Ihre Hebamme oder melden Sie sich bei uns im Hotel babymio wir helfen Ihnen gerne weiter

Ist ein Baby geboren so kann man Tag für Tag nur staunen wie und was es alles lernt.  Doch dieses Lernen hat bereits im Mutterleib begonnen. Vor einigen Jahren dachte man noch im Uterus gibt es nur Reflexe. Viele wissenschaftliche Arbeiten widerlegen dies.

Das Baby im Bauch beginnt schon früh zu lernen und seine Sinne zu entwickeln. Rund um die 8 SSW bewegt sich das Kind bereits  und schult so seinen Gleichgewichtssinn, seine Motorik und seine Kondition. Auch die Gehirnentwicklung ist eng damit verbunden. In dieser Woche handelt es sich noch um Reflexe doch schon ab der 12 SSW sind die Bewegungen mit Gehirntätigkeit verbunden. Auch das Taktile System – das sich Spüren durch Berührung – funktioniert bereits. So versuchen die Embryos mit der Hand ihr Gesicht zu ertasten, sie saugen an den Fingern, berühren die Nabelschnur und vieles mehr.  Wahrscheinlich spüren Sie auch ab der 8 SSW schon Schmerzen, dieses System reift bis zur 21 SSW vollständig aus.

Das Gehör reift zwischen der 18 und der 25 SSW aus. Nicht nur, daß die Babys uns dann hören, sie entwickeln sogar Vorlieben. So bevorzugen sie Vivaldi und Mozart den kraftvollen Klängen von Brahms oder Hardrock.

Zwischen der 20 und 28 SSW kommen dann die fehlenden Sinne dazu das Kind kann sehen ( hell und dunkel aber ohne Scharfstellung und Umkehr), es riecht ( bereits im Fruchtwasser ) und schmeckt. Die Babys reagieren auf alle Einflüsse, die sie mit Ihren Sinnen erfahren. So erschrecken Sie bei Lärm, trinken lieber süßes Fruchtwasser ( dies wird durch unsere Ernährung beeinflußt ) und sie kennen bereits den Geruch der Mutter den sie dann beim Bonden wiedererkennen.

Wie schaut es nun aber mit psychischen  Einflüssen aus?

Fühlt das Ungeborene wenn Mama sich ärgert, Angst hat oder sich freut?

Es gilt als sicher, daß mütterliche Hormone  als Botenstoffe wirken und diese über die Plazenta an das Kind weitergegeben werden. Ist die Schwangere gestreßt, so findet man auch beim Baby erhöhte Cortisol Werte. Freut sich die Mutter so werden auch beim Kind vermehrt Endorphine nachgewiesen.

Natürlich fragt man sich jetzt, ob man seinem Kind damit schadet, wenn man sich nicht gleich über ein Baby freut oder wenn man in der Schwangerschaft viele Tiefs hat. Wie bei vielen Dingen werden sich nur wirklich dramatische Zustände verwurzelt zeigen. Es gibt ein System bei dem die Plazenta bei momentanem Streß einiges entschärft und nur bei lang andauernden negativen Einflüssen fällt dieser Schutz aus. Eine Schwangere darf deshalb ruhig auch einmal wütend oder traurig sein. Kurzfristiger Streß hat keine negativen Folgen.

Ihr Kind wird einmal in eine Welt geboren in der es nun einmal Gutes und Böses gibt. Es gibt Lachen und Weinen, Glück und Trauer, Streß, Hoch und Tiefs.

Im Mutterleib macht es seine ersten Erfahrungen mit diesen Dingen die es dann später bewältigen muß. Wo wäre ein besserer Platz den Kampf aufzunehmen und eine gewisse seelische Stärke zu entwickeln als unter unserem Herzen.

Kaum ist die Bauchwehphase vorbei kommt das Zahnen und Zahnen ist kein Ereignis von Tagen, sondern es zieht sich über Monate. Die Zähne schießen in das Kiefer -  und stoppen. Das Kind ist unruhig, hat vermehrt Speichelfluss und ständig seine Hand im Mund, oder alle anderen Sachen. Aus diesem Grund bekommen die Kleinen jetzt auch häufiger Infekte, Der Speichel ist verändert und sie lutschen an allen Keimen die sie so finden.  Sie brauchen es den Kindern nicht verbieten, denn das Immunsystem wächst daran.

Und schon kommt der nächste Schub im Kiefer.  Das geht dann 2-3 mal so weiter, bis endlich ein Zahn durchbricht. Jetzt bekommen die Kleinen – Schnupfen, roten Hintern und Fieber über 2-4 Tage. Endlich das ist geschafft – doch keine Angst vor Langeweile – nächste Woche geht es oben los. Und so weiter und so weiter …..

Beim Zahnen gibt s die unterschiedlichsten Hilfsversuche.

Da die Zahnleiste anschwillt und schmerzt hilft oft ein gekühlter Beißring oder ein Kühlstift ( NUK ). Sie können es aber auch mit einer Biokarotte aus dem Kühlschrank probieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nichts “abkauen” kann.

Die Naturheilkunde empfiehlt getrocknete Veilchenwurzeln zum kauen. Die Wurzel enthält einen schmerzstillenden Wirkstoff. Dentinox crème wirkt ebenfalls schmerzlindernd, es handelt sich aber ein leichtes Medikament.

Manche schwören auf Bernsteinketten, andere auf Homöopathie oder Beides.

Am öftesten wird Chamomilla empfohlen. In der Apotheke gibt es verschiedene fertige Mischungen. Dazu gehören Osa-pflanzengel, Osanit globuli, Similosan Globuli und Viburcol Kinderzäpfchen ( wirkt beruhigend). Auch bei diesen Mitteln kann es zu  uner-wünschten Wirkungen kommen wie etwa Unruhe und Bauchweh.

Manchmal beginnen gestillte Kinder die Mutter mit der Zahnleiste oder den ersten Zähnen zu beißen. Zeigen Sie dem Kind deutlich Ihren Schmerz, indem Sie aufschreien und greifen Sie dann auf seine Zahnleiste. Zur Vorbeugung kann man die Kinder vor dem Anlegen auf einen kühlen Gegenstand kauen lassen oder das Kiefer mit einem kalten Waschlappen abdrücken. Lösen Sie das Kind von der Brust sobald es nicht mehr schluckt und kühlen Sie erneut das Kiefer.

Ich persönlich habe auch nach 4 Kindern kein Mittel gefunden, mit dem ich so richtig glücklich bin und so habe ich akzeptiert, dass der Kleine wieder mehr Aufmerksamkeit braucht, das er in der Nacht öfter aufwacht und das er öfter krank ist.

Es gibt scheinbar Dinge die man miteinander in Liebe aushalten muss!

Anfänglich ist es vielleicht nicht einfach die Ursache für das Weinen Ihres Kindes zu finden.

Folgende Symptome zeigen sich bei Blähungen:

Das Baby weint untröstlich mit hoher Stimme. Der Bauch ist hart und aufgebläht. Es zieht seine Knie an und gehen dann Winde ab tritt meist deutliche Erleichterung ein.

Ursachen und Maßnahmen:

  • Es ist möglich, dass das Baby beim Stillen zu viel Luft geschluckt hat. Beobachten Sie Ihre Stillhaltung und korrigieren Sie sie gegebenenfalls. Vermeiden Sie den Schnuller und lassen Sie das Baby gut aufstoßen.
  • Wechseln Sie beim Stillen die Seite nicht zu früh damit es nicht nur die verdauungsfördernde Vormilch sondern auch die nahrhafte Hintermilch bekommt.
  • Trinken Sie selbst eine Teemischung aus Fenchel, Anis und Kümmel.
  • Ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche können die Schmerzen lindern.
  • Auch eine leichte Massage mit z.B. Fenchelöl im Uhrzeigersinn rund um den Nabel kann helfen.
  • Manchmal bringt nacktes Strampeln Erleichterung.
  • Überprüfen Sie Ihren Speiseplan auf Kuhmilchprodukte und lassen Sie diese für 10 Tage weg. Eine Besserung sollte nach 3-5 Tagen eintreten. Vermeiden Sie Lebensmittel die Sie selber blähen.
  • Auch Eisentabletten können dies bewirken.
  • Falls Sie in der Schwangerschaft Magnesium genommen haben nehmen Sie es auch während der Stillzeit.
  • Tragen Sie Ihr Kind in der so genannten Kolikhaltung (Reitersitz) und massieren Sie dabei sanft seinen Bauch.
  • Auch das Tragen im Tragetuch bringt Entspannung. Wenn Sie selber müde sind setzten sie sich mit dem Tragetuch auf den Petzzi Ball und wippen Sie auf und ab.

Manchmal dient Babygeschrei aber auch dem Spannungsabbau und damit dem seelischen Ausgleich des Kindes. Hier nutzen oft Vibration wie Schaukeln, Wippen und leichtes Klopfen auf den Hintern oder probieren Sie es mit weißem Rauschen (Küchenlüftung, Badlüftung, Fön, Staubsauger, Auto).

Manchmal hilft gar nichts und wenn Sie am Ende Ihrer Kräfte sind legen Sie Ihren Liebling in sein Gitterbett oder an eine andere sichere Stelle und verlassen Sie den Raum. Gehen Sie an die frische Luft und atmen Sie gut durch.

Kinder sind sehr sensibel auf unseren Gefühlszustand und ein entnervtes Elternteil kann ein überspanntes Kind nicht mehr beruhigen. Kinder bringen uns manchmal an unsere Grenzen und es ist besser kurz zu gehen, als die Grenze zu überschreiten.

Glauben Sie mir, es wird besser!

Ihre Elfriede Seiwald

Ahnungslos öffnet man die Windel und plötzlich leuchtet einem ein feuerroter Hintern entgegen! Schätzungsweise zwei Drittel aller Babys werden mindestens einmal von einer Windeldermatitis geplagt. Warum? Was habe ich falsch gemacht? Was kann ich tun? Dreh und Angelpunkt ist der Darm. Störungen in der kindlichen Mikroökologie sind ganz erheblich mitverantwortlich für das Auftreten der Windeldermatiden. Doch auch externe Ursachen sind zu finden. Es ist immer gut beides zu berücksichtigen.

Risikofaktoren:

  • lange Intervalle zwischen Windelwechseln – durch Windeln die sich ständig trocken anfühlen und zu dicht schließen wird man verleitet zu selten zu wechseln. Die Amoniakdämpfe sind aber vorhanden, schädigen die Haut und bieten eine optimale Grundlage für den Keimwachstum und eine zusätzliche Pilzinfektion.
  • Störungen der kindlichen Darmflora – die kindliche Darmflora wird erst nach der Geburt aufgebaut. Der erste Kontakt mit wichtigen mikrobiellen Siedlern stammt normalerweise aus der mütterlichen Scheidenflora. Durch übertriebene Hygienebemühungen im Rahmen der Geburt erhalten Babys anstelle wichtiger Fäkalflora häufig eher Keime der Krankenhausumgebung. Auch per Kaiserschnitt geborene Kinder haben mikroökologisch gesehen einen schlechteren Start.
  • Ernährungsumstellung- Muttermilch lässt sich nicht künstlich nachbilden dies gilt auch für die in der Darmflora wirksamen Bestandteile. Besonders wichtig sind die Säuerungskeime. Auch die erste Beikost verändert den PH Wert von Harn und Stuhlgang. Obstsäfte, Zitrusfrüchte, Tomaten und Erdbeeren wirken sich auf Grund Ihrer Säure negativ aus.
  • Durchfallserkrankungen und allgemeine Infekte gehen mit einer gestörten Darmflora, einem reduziertem Immunsystem und einem veränderten PH Wert einher. Dasselbe gilt für das Zahnen.

Maßnahmen:

  • häufigen Windelwechsel, eventuell die Marke wechseln, Babys so viel wie möglich ohne Windeln strampeln lassen.
  • Hautplege mit hochwertigen Pflegeprodukten wie z.B. Lasepton, Bepanthen, Weleda Calendula … Cremen immer dünn und erst beim anziehen der Windel auftragen um Luft an die Haut zu lassen. Wenn sich bereits offene blutige Stellen gebildet haben so empfehlen wir im babymio einen dicken Salbenverband mit Inotyol Salbe. Bei hartnäckiger Dermatitis an eine zusätzliche Pilzinfektion denken. Ob eine  Pilzcreme verwendet werden soll müssen Sie mit Ihrem Arzt abklären.
  • Sitzbäder oder Waschungen – sehr gut hat sich Schwarz- und Salbeitee bewährt. Einfach eine Tasse kochen ins Badewasser geben oder mit dem abgekühlten Aufguss die betroffenen Stellen betupfen, trocknen lassen und erst bevor man wieder die Windel anzieht cremen.
  • Stärkung der Darmflora durch bewusste Ernährung und eventuell gezielte orale Zufuhr fehlender Mikroorganismen wie z.B. Lactobact, Lactobasan, Symbiolact oder Probiotic. Bitte besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Kinderarzt. Oft verschwinden mit diesem Ansatz auch erste Hautekzeme, ständige Infekte und sogar Koliken.
  • Lasertherapie mit einem Low Lewel Laser verbessert und beschleunigt die Heilung der Haut und wirkt schmerzlindernd. Wir im babymio verwenden diesen Laser bereits  für wunde Brustwarzen, Episiodomie- und Sectionarben sowie Windeldermatitis und zur Akupunktur.

Mit der Kombination solcher lokaler Maßnahmen und einer gezielten Darmtherapie ist schnell wieder Ruhe in der Windel.

Hilfe, schon wieder macht eine Magen Darm Infektion Ihre Runden. Meist ist Ihr Motto kurz und heftig und wir Erwachsene stehen Sie in 2-3 Tagen durch. Doch wie schaut dies bei unseren Babys aus?

Werden die Kleinen noch gestillt so haben Sie einen großen Vorteil, denn ist die Mutter erkrankt so befinden sich in der Milch gleich auch die Abwehrkräfte für das Baby. Also unbedingt weiter stillen, so bleibt Ihr Baby gesund oder es übersteht die Infektion leichter.

Ist das Kind erkrankt so bekommt die Mutter über die Montgomery Drüsen an den Brustwarzen durch den Speichel des Kindes die Information über den Virus und so bildet auch hier die Mutter spezielle Abwehrzellen die sie dem Kind über die Muttermilch schickt. Gestillte Kinder verweigern meist auch Breis oder anderes Essen aber Sie trinken immer von der Brust und aus diesem Grund werden Sie nicht so schnell dehydriert ( ausgetrocknet ). Auch wenn es so scheint als ob das Baby die ganze Muttermilch wieder erbricht.

Wie stellt sich die Situation für das abgestillte Kind wenn es erbricht oder Durchfall hat? Daß Kinder, wenn Sie krank sind nicht mehr essen, ist vorläufig kein Problem. Wichtig ist, daß sie genug Flüßigkeit zu sich nehmen. Die Therapie ist natürlich abhängig vom Alter und je jünger die Babys sind um so schneller sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Bieten Sie Ihrem Kind ständig Wasser oder z.B. Rotbuschtee oder Saft an. Ihr Arzt verschreibt Ihnen auch ein Elektrolytgetränk welches die Kinder aber aus Erfahrung oft ablehnen. Die Milchnahrung können Sie, insofern sie vertragen wird, etwas dünner anmachen. Überprüfen Sie ob und wie viele nasse Windeln das Baby  hat. Der Harn soll nicht zu gelb (konzentriert) sein. Achten Sie auf rissige Mundwinkel und ob die Hautspannung Ihres Kindes abnimmt.

Leider gibt es gegen einen Virus kein Medikament, er muß einfach raus und das Kind muß selber mit ihm fertig werden. Bei Kindern unter einem halben Jahr sollte man recht schnell den Arzt aufsuchen. Die Gefahr des Austrocknens ist doch recht hoch und nur über ein Blutbild richtig beurteilbar. Bessert sich der Zustand bei einem größeren Kind nicht nach einem Tag oder verweigert es sämtliche Getränke so ist es auch ratsam den Arzt aufzusuchen.

Magen Darm Infekte können meist nicht medikamentös behandelt werden, aber wir müssen sicherstellen das das Kind genug Flüssigkeit zu sich nimmt, wenn nicht freiwillig dann eben über eine Infusion.

Überall wo Menschen sich treffen und gerade in Kindergruppen ist die Ansteckung besonders hoch. Wir sollen die Kinder deshalb aber nicht isolieren. Denken Sie daran, das alle durchgemachten Krankheiten in den ersten beiden Jahren das Immunsystem aufbauen und die Kinder letztendlich stärken!

Liebe Grüße
Elfriede Seiwald